Fidel Castro

Der Weg ins "Neue Kuba"

"Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen "

(Fidel Castro, Moncada-Prozess, Oktober 1953)


Fidel Castro - Neues Kuba

Fidel Castro und Nikita Chruschtschow
Erst bei einem Treffen am Rande der UNO Vollversammlung 1960 mit Chruschtschow wurden Castros Vorbehalte gegenüber der Sowjetunion abgebaut.

Der Weg ins "Neue Kuba"

Castros soziale Herkunft als Sohn eines Großgrundbesitzers und seine bürgerliche Ausbildung ließ ihn nach der Revolution als Bindeglied zwischen den neuen Machthabern und den bürgerlich liberalen Bewegungen in Kuba auftreten. Im Gegensatz zu Raul Castro und Che Guevara verstand er sich nicht als Sozialist und hatte starke politische Vorbehalte gegenüber der UdSSR und der reformistischen KP Kubas, der Partido Socialista Popular, (PSP).

Auf den politischen Umschwung folgte, wie programmatisch angekündigt, ein radikaler Strukturwandel der kubanischen Gesellschaft. Sehr zum Leidwesen der "oberen Zehntausend", die fluchtartig das Land verließen, aber auch der Nordamerikaner, für die Kuba ein Dorado gewesen war. Die Verstaatlichung privaten Großgrundbesitzes und der Industrie führt zu starken Differenzen mit den USA. Im Oktober 1960 verhängt Washington ein striktes Handelsembargo - das bis heute andauert. Einige Monate später wird die US-Botschaft in Kuba geschlossen.

Invasion in der Schweinebucht

US-Präsident Eisenhower gab der CIA den Auftrag Exilkubaner militärisch auszubilden mit dem Ziel einer Invasion auf Kuba. Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy genehmigte schließlich den Invasions Plan. Am 17. April 1961 landeten, mit amerikanischen Waffen ausgerüstete und unter der Leitung des CIA, ca. 1300 Exilkubaner in der Bahía de Cochinos (Schweinebucht) an der Südküste Kubas. Die CIA rechnete damit, dass die Invasion einen Aufstand der Castrogegner auslösen würde und sich auch Teile der kubanischen Streitkräfte anschließen würden. Tatsächlich aber trafen die Exilkubaner auf eine erbittert für ihre neuen Freiheiten kämpfende Bevölkerung in Kuba und der Angriff scheiterte - ein Fiasko für John F. Kennedy und seine Berater.

Erst dann, am Tag der Arbeit 1961 (1. Mai), erklärt Castro Kuba zum sozialistischen Staat. Die politische Führung lag bei den Vereinigten Revolutionären Organisationen (ORI), einem Zusammenschluss von Organisationen wie M-26-7, der PSP und andere Organisationen. Zum ersten Mal als "Marxist-Leninist" bezeichnete sich Castro erst spät im Jahr 1961 (im Dezember).

Während Castro zusammen mit Guevara und vielen seiner Kampfgenossen auf die Rolle Kubas unter den nichtpaktgebundenen Staaten Wert legten, wollten innerparteiliche Kritiker wie Blas Roca oder Annibal Escalante die neue Partei auf die führende Rolle der Sowjetunion einschwören. Den Machtkampf im Frühjahr 1962 gewann Castro - nicht nur zur Freude der Sowjeführung. Trotzdem blieb nur die Sowjetunion als potentielle Schutzmacht gegen die übermächtige USA.

Kuba Krise

Fidel Castro verhandelt in Moskau über Wirtschaftverbindungen und Waffenlieferungen. Die Einrichtung sowjetischer Abschussrampen für Mittelstreckenraketen auf Kuba führte im Herbst 1962 zur "Kuba Krise" zwischen den Sowjets und den USA. Der US-Präsident John F. Kennedy verhängte eine Seeblockade und drohte mit einem Atomkrieg, sollten die Rampen nicht wieder abgezogen werden. Nach 13 Tagen wurden die Raketenrampen wieder abgebaut - die Welt ist damals Haarscharf an einem Atomkrieg vorbei gekommen.

Beziehung zur UDSSR

Castro, aber auch Guevara waren zu diesem Zeitpunkt stark verärgert über die Sowjetunion, da Sie während der Kuba Krise nicht einmal von Moskau konsultiert wurden. Kuba sollte nicht als Satelitenstaat der UDSSR gesehen werden. Die Spannungen sollten sich in den nächsten Jahren verschärfen: Der Chruschtschows Sturz 1964, Che Guevaras offene Sympathien für den Maoismus und ein auf Anweisung von Moskau durch Escalante Ende 1967 gestarteter Versuch, Castro zu stürzen, ließen Havanna und Kuba auseinanderrücken. Der durch die Sowjetunion angestachelte Putschversuch gegen Castro endete im Januar 1968 mit der Verhaftung Escalantes, nachdem auf einer Kundgebung die Abhörbänder vorgespielt worden sind.

Biographie

Kindheit

Vom Anwalt zum Revolutionär
Exil und Rückkehr nach Kuba
Von der Sierra Maestra nach Havanna
Der Weg ins "neue Kuba"
Der "Fidelismus"
Castro Privat
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