Direkt nach der Revolution 1959 wurden Lehrer in alle ländlichen Gebiete ausgesandt, um das dort herrschende Analphabetentum zu bekämpfen. Während der Herrschaft Batistas konnten nur wenige Kubaner (hauptsächlich in den Städten) lesen und schreiben.
Dazu kamen sogenannte "Fahrende Büchereien", Buchsammlungen, die von Ort zu Ort zogen und den Dorfbewohnern die Möglichkeit boten, Bücher zu lesen und sich weiter zu bilden.
Eine dritte "Bildungsrevolution" wurde 2000 gestartet und sollte Probleme, wie die steigende Zahl von Schulabbrüchen, das vermehrte Schwänzen, den Verfall von Gebäuden, die Ausstattung der Schulen und den Mangel an Lehrern lösen. Mehrere hundert Millionen Dollar sind dabei in das Bildungssystem investiert worden. Heutzutage beträgt die Klassenstärke zwölf Schüler und jede Schule besitzt Computerarbeitsplätze und Video-Geräte. Das Fach Informatik wurde in etwa 25 Hochschulen und Universitäten eingeführt. In den meisten Ortschaften wurden Computerclubs für Jugendliche aufgebaut.
Die Bildung ist in Kuba kostenlos und wird durch Steuergelder finanziert. Es besteht eine 9-jährige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, dass aus Grund-, Mittel-, und Oberschule besteht. Danach gibt es für jeden, der den Abschluss schafft, die Möglichkeit der Weiterbildung an Hoch- und Spezialschulen sowie an Universitäten.
Kubas Bildungssystem gehört heute zu den Besten in Latein-Amerika. 2001 lagen die kubanischen Schüler der vierten und fünften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen latein-amerikanischen Ländern. Der Präsident der Weltbank, James Wolfensohn, lobte die Kubaner Ende 2002, dass ihnen gelungen sei, die Einschulquote auf 100% zu steigern. Die Analphabetenquote in Kuba liegt bei etwa 2 Prozent. Diese Zahl erscheint außergewöhnlich, sogar wenn man sie mit den Analphabetenquoten in der "westlichen Welt" vergleicht: In den USA können beispielsweise 6% der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Für karibische Verhältnisse ist sie traumhaft.
Probleme gibt es seit dem Zusammenbruch des RGW - der "Spezialperiode", mit den Lehrern: Da diese mit ungefähr 250 Kubanischen Peso (ca. 10 US-Dollar) im Monat schlecht bezahlt werden und Verdienstmöglichkeiten für gut ausgebildete Arbeiter in der Tourismusindustrie weit höher sind, wechseln viele Lehrer Ihr Betätigungsfeld. Um dem Unterrichtsausfall entgegen zu treten, werden Jugendliche zu sogenannten Notlehrern ausgebildet.
