Fidel Castro

Der "Fidelismus"

"Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen "

(Fidel Castro, Moncada-Prozess, Oktober 1953)


Fidel Castro - Biographie

Fidel Castro bei einer Rede
Fidel Castros Reden sind berühmt - vor allem auch wegen Ihrer Länge.

Der "Fidelismus"

Am 2. Dezember 1976 wird Castro zum Staatspräsidenten gewählt. Er bekleidet außerdem das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates und des Ministerrates und ist Oberkommandierender der Streitkräfte.

Eine klare politische Stringenz von Castros Sozialismus verbrigt sich dem Autor.

Kuba verfolgt, von Castro persönlich garantiert, eine Außenpolitik des "Internationalismus". Es unterstützte beispielsweise die nicaraguanischen Sandinisten im Abwehrkampf gegen die durch die USA unterstützen Contrabanden. 1975 gab es offene Militärische Unterstützung durch Kubanische Truppen für die marxistische Volksbewegung zur Befreiung Angolas unter Agostino Neto im Kampf gegen die rechte UNITA.

Seine Beziehungen zur UDSSR können bestenfalls als "Zweckbündnis" oder "Vernunftehe" verstanden werden. Castro verstand und versteht Kuba als "blockfrei" - was gerade zur Zeit des Kalten Krieges den greisen Führern des Kreml so manche Kröte zu schlucken gab. Auf der anderen Seite verteidigte er die Sowjetunion während des "Prager Frühlings" - was Castro-Kritikern immer wieder erlaubte, ihn als Vasallen der Sowjets darzustellen. Obwohl Castros unorthodoxer Marxismus wie seine politische Praxis zahlreiche Parallelen zu Michail Gorbatschow aufwies, blieb Castro gegenüber Glasnost und Perestroika distanziert.

Innenpolitisch sorgt er sich vor allem um Bildung und Gesundheit. Innerhalb weniger Jahre schaffte er es, die Analphabetenquote auf Kuba auf unter 3% zu drücken - ein Wert, der mit westlichen Ländern vergleichbar ist. Die medizinische Versorung von Kubas Bevölkerung erreicht für karibische Verhältnisse eine Vorbildfunktion. In Kuba gibt es eines der ersten "Antidiskriminierungsgesetze" mit dem zumindest rassische Gleichheit unter der Bevölkerung erreicht werden sollte.

Das andauernde Wirtschaftsembargo der USA läßt Kuba nur die Möglichkeit den Handel mit den RGW - Ländern. Die Zuckerinsel kann Ihre Agrarprodukte - eben den Zucker - in den Staaten des Ostblocks verkaufen. Als ab 1989 der RGW wegen Systemwechsels in den meisten Mitgliedsländern ausfiel, stürzte Kuba in eine existenzielle Krise. Fidel Castro führte Wirtschaftsreformen durch um das ökonomische Desaster für Kuba abzuwenden. Der Dollarbesitz wird legalisiert und die US-amerikanische Währung wird schnell zur Schattenwährung in Kuba. Eine Verfassungsänderung öffnet im Juli 1992 die Wirtschaft wieder für ausländische Unternehmen. Die Joint Ventures zur Erschließung Kubas für den Tourismus lassen den "kubanischen Sozialismus" schizophren wirken. Der Dollar ist zwischenzeitlich als Zahlungsmittel in Kuba wieder gebannt. Die Exilkubaner, die große Summen in Dollar zu Ihren Verwandten nach Kuba schickten, sollen nunmehr Euro schicken.

Bemerkenswert ist auch die Annäherung zwischen Kuba und der katholischen Kirche, bis hin zum Besuch von Papst Johannes Paul II im Januar 1998. Insgesamt ist die Haltung Havannas zum Thema "Religion" ungewöhnlich tolerant für einen Staat des "real existierenden Sozialismus".

Biographie

Kindheit

Vom Anwalt zum Revolutionär
Exil und Rückkehr nach Kuba
Von der Sierra Maestra nach Havanna
Der Weg ins "neue Kuba"
Der "Fidelismus"
Castro Privat
Fotoalbum