Fidel Castro

Fidel Castro - Staatsmann oder Schurke?

"Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen"

(Fidel Castro, Moncada-Prozess, Oktober 1953)

Fidel Castro 2004
Fidel Castro lenkt die Geschicke Kubas seit vielen Jahrzehnten

Fidel Castro - Staatsmann oder Schurke?

Dr. Fidel Castro Ruz war Anführer der Revolution in Kuba gegen den Diktator Batista. Seit dem Sieg der Revolution führt er Kuba, zunächst als Verteidigungsminister, seit 1976 auch als Staatspräsident. Er ist "Comandante en jefe", Oberkommandierender seit über 40 Jahren. Damit ist Castro das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt.

Je nachdem wen man fragt, bekommt man sehr unterschiedliche Meinungen über Fidel Castro.

Bei den Kubanern gibt es eine überwiegende Zustimmung zu ihrem charismatischen Führer. In Mittel- und Südamerika zählt der "Máximo Líder" Millionen von Fans und Anhängern.

Erfolge der Revolution sind das hervorragende, steuerfinanzierte Schulsystem und ein Gesundheitswesen, das seinesgleichen sucht. Nach der Revolution waren fast die Hälfte der damals 6000 Ärzte in die USA oder nach Mexiko geflüchtet. Heute sind es 50 000. Damit sind die Bürger Kubas besser medizinisch versorgt und besser ausgebildet als die Bürger der umliegenden Karibikstaaten. Für fast alle Kubaner war die Revolution ein sozialer Aufstieg und Ihre Situation hat sich zum vorherigen Leben gebessert.

Kuba galt zu Zeiten Batistas als das "Bordell" der USA - wie in vielen Karibikstaaten "erwirtschaftete" eine kleine Oberschicht Reichtümer auf Kosten der völlig verarmten, unterversorgten und schlecht ausgebildeten Landbevölkerung.

Verlierer der Revolutionwaren die wohlhabenden Kubaner, die in Folge der Umverteilungen nach der Revolution Ihre Güter verloren. Sie sind die erbitterten Feinde Fidel Castros und agieren mit allen Mitteln gegen Ihn. In der Mehrzahl sind Sie als direkte Folge der Revolution in die USA - nach Florida - ausgewandert. Sie beklagen das Fehlen von politischen Freiheiten und den wirtschaftlichen Niedergang Kubas.

Castro wird von unterschiedlichen internationalen Organisationen vorgeworfen, Verletzungen der Menschenrechte in Kuba zumindest zu dulden. Er ist der »Lieblingsfeind« der USA. Ein sozialistischer Staat direkt vor der Haustür der Amerikaner ist für diese einfach nicht zu akzeptieren.

Trotz aller direkter und indirekter Versuche der USA, Fidel Castro - und damit das sozialistische Kuba - zu stürzen, ist es "El Comandante" bis heute gelungen, Kubas unangefochtener Staatschef zu bleiben. Er überstand das bereits im Oktober 1960 einsetzende - und bis heute andauernde - US-Embargo, die Invasion in der Schweinebucht 1961, die Kuba-Krise 1962, zahlreiche Attentatsversuche und den Zusammenbruch des Sozialismus 1991 sowie die darauf folgende schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise in Kuba.

Castros Gesundheitszustand wird von der Weltöffentlichkeit argwöhnisch beobachtet. Seit mehr als zehn Jahren wird das Ende Castros immer wieder prophezeit. Gerüchte über eine Krebserkrankung, Herzprobleme, Parkinson oder einen Schlaganfall machen regelmäßig die Runde. Eines ist sicher: Castro ist alt und der "Máximo Líder" kann nicht ewig regieren.

(Im November 2004)

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